Masterplan
Gürtel-Don Bosco

Bei dem Planungsgebiet des Städtebaulichen Rahmenplans Gürtel – Don Bosco handelt sich um ein bislang untergenutztes Gebiet mit hoher Zentralität und hervorragender verkehrlicher Anbindung im Übergang von der Grazer Innenstadt zum Stadtentwicklungsgebiet Reininghaus.

Insbesondere die geringmächtig bebauten Flächen entlang der Kärntner Straße zählen zu den besterschlossenen und bedeutendsten Potentialflächen im inneren Stadtgebiet.

Aufgrund der Lage im Anschluss an hochrangige Verkehrsachsen und industriell-gewerbliche Nutzungen weist der Standort insbesondere eine Eignung für  emissionsarme betriebliche und gewerbliche Nutzungen sowie für Nutzungen in Zusammenhang mit Bildung, Forschung und Entwicklung auf. Die Stadt Graz verfügt über einen Bedarf an entsprechenden Flächen. Die aktuell un- und untergenutzten Gewerbeflächen im Planungsgebiet verfügen aktuell über ein überschlägiges Bruttogeschoßflächen-Potential von rd. 150.000 m².

Ein Ausbau der Wohnnutzung im Gebiet ist kritisch zu betrachten, u.a. da im bereits gewidmeten Wohn- und Kerngebiet noch ein erhebliches BewohnerInnen-potential besteht.

Das Gebiet ist bereits im Bestand hervorragend für den Individualverkehr (MIV) erschlossen und weist darüber hinaus eine überdurchschnittlich gute Anbindung an den Öffentlichen Verkehr (ÖPNV) auf. Durch die geplante Errichtung der Straßenbahnlinie Südwest wird die Anbindung an die Innenstadt und an Reininghaus noch weiter gestärkt werden. Das innere öffentliche Wegenetz ist bislang unzureichend ausgebildet.

Der Bezirk Gries und das Planungsgebiet weisen ein großes Defizit an öffentlich nutzbaren Grün- und Freiflächen auf. Im Zuge einer baulichen (Weiter-) Entwicklung des Gebietes sind Quantität und Qualität der Grünausstattung zu erhöhen. Besonderes Augenmerk kommt der Vernetzung von öffentlichen Grün- und Platzflächen sowie der Aufwertung der Straßenräume zu.

Der Städtebauliche Rahmenplan berücksichtigt aktuell bekannte Planungs- und Bauabsichten im Planungsgebiet. Aufgrund der hohen Entwicklungsdynamik im Stadtgebiet von Graz ist die kurzfristige Änderung von wesentlichen Planungsvoraussetzungen jedoch nicht auszuschließen (zB der Entfall von bislang als stabil angesehenen Nutzungen und Strukturen). Die Rahmenplanung ist daher im Anlassfall sinngemäß fortzuführen bzw. zu vertiefen.

Städtebaulicher Rahmenplan

Der Städtebauliche Rahmenplan Gürtel – Don Bosco ist die Darstellung einer Vision, wie sich das 33 ha große Planungsgebiet zwischen dem Nahverkehrsknoten Don Bosco, der Gürtelturmkreuzung und der geplanten Unterführung Josef-Huber-Gasse langfristig und in Etappen geordnet räumlich entwickeln kann.

Durch die vorliegende strategische Planung wird sichergestellt, dass das öffentliche Interesse an einer Optimierung der Siedlungs-, Verkehrs- und Freiraumstruktur dokumentiert ist. Es wird vermieden, dass durch unterbliebene frühzeitige Konkretisierung der räumlichen Entwicklungsabsichten der Stadt Versäumnisse entstehen, die sich nachteilig auf die Stadtentwicklung auswirken können.

Der Rahmenplan wurde interdisziplinär und in Arbeitsgruppen erarbeitet. Auf Grundlage einer umfassenden stadträumlichen Bestandsaufnahme, die die Stärken und Schwächen des Planungsgebietes analysiert, wurden Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung erörtert. In Szenarien wurden mögliche Entwicklungen einander gegenübergestellt und bewertet.

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